Meerrettich: Gesund trotz seines stechenden Geschmacks

Lateinischer Name: Armoracia rusticana

Die Heilwirkungen des Meerrettichs
Meerrettich

Meerrettich ist vor allem wegen seiner Verwendung in der Küche bekannt, nur wenige wissen, dass er auch ein guter Helfer gegen so manches Zimperlein sein kann, so etwa, wenn Sie Verdauungsprobleme haben….

Vorkommen: Die Pflanze war ursprünglich wohl an der geografischen Schnittstelle des europäischen und asiatischen Kontinents beheimatet. Heute aber findet man ihn auf der ganzen Welt.

Beschreibung und Wirkstoffe: Der Meerrettich gehört zur Familie der Kreuzblütler, der auch andere Arten mit stechendem Geschmack wie beispielsweise Weißer Senf, Gartenkresse, Senf-Kohl und Garten-Rettich angehören. Meerrettich erreicht eine Wuchshöhe von bis zu 150 cm. Er hat lange Wurzeln, einen geraden Stängel und elliptische Blätter. Die weißen Blüten erscheinen im Laufe der Sommermonate. Die Frucht ist eine Schote. Meerrettich enthält eine ganze Reihe von Wirkstoffen, z.B. die Vitamine A und C, Minerale (Kalium, Magnesium, Eisen und Phosphor), ätherische Öle, Sinapin und Glykoside.

Nützliche Bestandteile: Verwendet werden Wurzel und Blätter.

Die Heilwirkungen des Meerrettichs

Meerrettich ist vor allem wegen seiner Verwendung in der Küche bekannt, nur wenige wissen, dass er auch ein guter Helfer gegen so manches Zimperlein sein kann, so etwa, wenn Sie Verdauungsprobleme haben. Die Wurzel des Meerrettichs nämlich unterstützt die Verdauung und wirkt auch positiv auf die Mikrodarmflora. Außerdem unterstützt er den Metabolismus (Stoffwechsel). Empfohlen wird er zudem bei Atemwegsentzündungen, denn er wirkt antibakteriell und antiseptisch (desinfizierend).

Meerrettich findet auch bei Entzündungen der Harnwege Anwendung und wirkt allgemein diuretisch (harntreibend). Das Inhalieren kann dabei Schnupfen oder Husten erheblich beeinflussen. Neben der Wurzel werden auch die Blätter verwendet, vor allem zur äußeren Anwendung. Kompressen aus Meerrettichblättern sind beispielsweise bei Ischias (Entzündung des Sitznervs), rheumatischen Beschwerden, verhärteten und schmerzhaften Muskeln oder auch bei Frostbeulen zu empfehlen.

Meerrettich in der Küche

Meerrettich ist schon seit Jahrhunderten ein fester Bestandteil der böhmischen Küche, doch muss hinzugefügt werden, dass Würste mit Meerrettich bei häufigem Verzehr wohl nicht zu den gesündesten Abendbrotvarianten zählen.  Die frisch geriebene Wurzel eignet sich hingegen ganz ausgezeichnet zum Würzen oder als Beilage zu den verschiedensten Fleischgerichten, häufig auch als Alternative zu Senf, gegebenenfalls auch mit diesem zusammen. Damit ist die Anwendungspalette des Meerrettichs jedoch noch nicht erschöpft. Denn großer Beliebtheit erfreuen sich beispielsweise auch Meerrettichsaucen.

Rezept für Meerrettichsauce: Zwei geschnittene Zwiebeln braten, mit Mehl bestreuen und anschließend mit mit Wasser verdünnter Milch übergießen. Einen Brühwürfel hinzugeben und eine Viertelstunde kochen lassen. Anschließend Kochsahne unterrühren, salzen, pfeffern und noch ein paar Minuten kochen lassen. Am Ende dann das Wichtigste: nach dem Ausschalten 100 bis 200 g geriebenen Meerrettich dazugeben.

Wie man Meerrettich im eigenen Garten züchtet

Die Vermehrung des Meerrettichs erfolgt ausschließlich vegetativ durch Stecklinge, wobei die Setzlinge ca. 15 unter der Erde sein sollten. Erforderlich ist auch ein durchlässiger und humoser Boden, der möglichst nährstoffreich sein sollte. Die Pflanze benötigt zudem einen sonnigen Standort oder Halbschatten. Es wird empfohlen, hin und wieder die Seitenwurzeln abzuschneiden. Die Wurzeln sollten im Laufe des zweiten oder dritten Wuchsjahres geerntet werden, und zwar im Frühjahr oder am Herbstende. Die Blätter können das ganze Jahr über geerntet werden.